Copyright © 2017 eventus BILDUNG e.V.. All Rights Reserved info@eventusbildung.de eventus-BILDUNG e.V. Reinickendorfer Straße 11 13347 Berlin Telefon 030 880 60 20 20  FAX 030 880 60 20 49  E-Mail
das interview
Interview: Isa Nauck, eventus-BILDUNG e.V. Foto: Stephan Lenz, eventus-BILDUNG e.V. eventus-BILDUNG: Liebe Olga, liebe Tania, liebe Asile, seit Dezember 2016 betreut ihr 15 Flüchtlingskinder in ihrem Zuhause dem Flüchtlingsheim im Hausvaterweg, weil sie keinen Kitaplatz haben und bald in die Schule kommen. Seht ihr schon positive Veränderungen im Verhalten der Kinder? Olga: Auf jeden Fall! Das Verhalten der Kinder hat sich enorm verbessert. Wir haben die erprobten Strukturen und den Tagesablauf
aus unseren Kitas übernommen. Es gibt feste Bring- und Abholzeiten für die Eltern, es wird jeden Tag der Morgenkreis durchgeführt, die Kinder bringen ihre Jacken mit und haben ein kleines Frühstück dabei. So schaffen wir Verbindlichkeit gegenüber den Eltern und haben feste Rituale und Strukturen für die Kinder. Am Anfang lief alles noch sehr chaotisch ab, aber mittlerweile klappt es sehr gut. Tania: Wir bekommen auch positive Rückmeldungen von unseren Kolleginnen aus dem Heim und den Eltern. Die Kinder fangen an deutsch zu sprechen eventus-BILDUNG: Was sind die größten Herausforderungen bei der Umsetzung des Projekts? Asile: Die Kinder haben teilweise sehr schlimmes erlebt und reagieren in manchen Situationen extrem. Das ist für uns Erzieherinnen natürlich eine große Herausforderung.  Olga: Es ist eine andere Situation die Kinder in ihrem zu Hause pädagogisch zu betreuen anstatt in einer Kindertagesstätte. Die Eltern befinden sich den ganzen Tag in unmittelbarer Nähe und die Kinder haben keine definitive Grenze zwischen zu Hause und der Kita. Aber selbst das haben wir mittlerweile regeln können. eventus-BILDUNG: Der Betreiber der Flüchtlingsunterkunft ist das Evangelische Jugend- und Fürsorgewerk (EJF gemeinnützige AG). Wie klappt die Zusammenarbeit? Tania: Wirklich sehr gut! Wir setzen uns regelmäßig zusammen und besprechen die Entwicklungen der Kinder. Dabei haben wir gerade wieder ein sehr positives Feedback von den Kolleginnen vor Ort bekommen. Sie sind mit unserer Arbeit sehr zufrieden und haben sogar ein paar unserer Ideen für ihre Arbeit mitnehmen können. Im Gegenzug bekommen wir auch ganz viel Unterstützung von ihnen. Trotz ihrer geringen personellen Ressourcen liegt ihnen die Unterstützung in der Vorbereitung und Umsetzung des Sprungbrettangebotes ganz besonders am Herzen. eventus-BILDUNG: Macht Euch die Arbeit Spaß? Tania: Ja! Es ist schön zu sehen, wie schnell die Kinder lernen. Sie haben angefangen deutsch zu sprechen. Somit können sie auch untereinander kommunizieren. Olga: Auf den Fall! Asile: Ja. Wir machen die Arbeit , weil wir den Kindern etwas beibringen wollen. Und das tun wir jeden Tag. eventus-BILDUNG: Ich bedanke mich bei Euch für das Interview und vor allem für Eure tolle Arbeit mit den Kindern und wünschen Euch weiterhin viel Erfolg! Im Wohnheim leben derzeit 80 Kinder und Jugendliche mit ihren Familien, 50 der Kinder sind zwischen 0 und 6 Jahren alt. Die Kitaplatzsituation ist nach wie vor schwierig. Bislang haben nur 5 Kinder einen Kitaplatz. Das Sprungbrettangebot ist eine ideale Betreuungsergänzung und Vorbereitung auf den Kitaalltag für die 3 bis 6 Jährigen. Wir bedanken uns ganz herzliche bei dem EJF für die Zurverfügungstellung der Räumlichkeiten und die erfolgreiche und enge Zusammenarbeit!
Das Sprungbrettprojekt wird mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen des Landes Berlin und des Jugendamtes des Bezirksamtes Lichtenberg von Berlin umgesetzt.