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Zusatzqualifikation: Fachpädagoge/in für kultur- und religionssensible Pädagogik

Vielfalt leben – Vielfalt gestalten – Bildungsgerechtigkeit schaffen

Vielfalt prägt unseren pädagogischen Alltag – Kinder wachsen heute ganz selbstverständlich in unterschiedlichen kulturellen, sprachlichen und religiösen Lebenswelten auf. Diese Vielfalt eröffnet wertvolle Chancen für die pädagogische Arbeit, stellt aber auch Fachkräfte vor besondere Herausforderungen.

Um als pädagogische Fachkraft den Vielfaltsphänomenen der Kinder und Familien professionell begegnen zu können, wird das Wissen um den Einfluss von Kultur, Tradition, Religion und Familiensprache auf die jeweilige Bildung und Entwicklung der Kinder immer wichtiger.

Doch Wissen allein genügt nicht. Um eine diversitätsbejahende Pädagogik gestalten zu können, in der Kinder, Eltern und andere Bezugspersonen in ihren individuellen kulturellen, (nicht)religiösen Lebenswelten im Mittelpunkt stehen, bedarf es einer religions- und kultursensiblen Haltung und entsprechender Handlungskompetenzen.

Pädagogische Fachkräfte darin zu qualifizieren, steht im Mittelpunkt der mehrmodularen Zusatzqualifikation: Fachpädagoge/in für kultur- und religionssensible Pädagogik

 

Modul 1: Grundlagen und Sensibilisierung

08./09. Oktober 2026 (16 UE)

„Kultur, Religion und Vielfalt verstehen – den Blick für die eigene Haltung schärfen“

Wie prägen Kultur und Religion unser Denken, Fühlen und Handeln – und welche Bedeutung hat das für die pädagogische Praxis? In diesem Modul nähern wir uns diesen Fragen auf eine persönliche und zugleich fachlich fundierte Weise.

Zunächst setzen Sie sich mit grundlegenden Begriffen wie Kultur, Vielfalt und Religion auseinander und lernen das Konzept einer kultur- und religionssensiblen Pädagogik im Vergleich zu anderen Ansätzen kennen.

Im Mittelpunkt steht jedoch Ihre eigene Sensibilisierung: Sie reflektieren Ihre persönliche kulturelle und (nicht)religiöse Prägung, setzen sich mit Ihren Werten, Erfahrungen und Einstellungen auseinander und entwickeln ein bewussteres Verständnis Ihrer eigenen Identität. Theoretische Ansätze, etwa zu Kulturdimensionen und Kulturstandards, dienen dabei als Orientierung, um eigenes und fremdes Verhalten besser verstehen und einordnen zu können.

Nicht zuletzt widmen wir uns der Frage, welche Rolle Kultur und Religion in der Gestaltung einer lebensweltorientierten Pädagogik spielen und ob wir ohne Berücksichtigung kultureller und religiöser Prägungen der Kinder und Familien überhaupt lebensweltorientiert arbeiten können.

Inhaltliche Schwerpunkte:

• Definitionen: Vielfalt, Kultur, Religion
• Pädagogische Konzepte – Gemeinsamkeiten und Unterschiede: Interkulturelle Pädagogik, Religionspädagogik, Vielfaltspädagogik, kultur- und religionssensible Pädagogik
• Interkulturelle und interreligiöse Sensibilisierung
o Eigene kulturelle und (nicht)religiöse Prägung
o Werte und Wertebildung im kulturellen und religiösen Kontext
• Die Bedeutung von Kultur und Religion für die Gestaltung einer lebensweltorientierten Pädagogik

Referentin: Christine Klarer

Modul 2: Methoden der kultur- und religionssensiblen Bildungsarbeit mit Kindern

25./26. Januar 2027 und 20. Mai 2027 (24 UE)

„Kulturelle und religiöse Lebenswelten, Familiensprachen und Vielfalt als Basis“

Wie kann Vielfalt im Kita-Alltag sichtbar und aktiv erlebbar werden? In diesem Modul entdecken Sie vielfältige Methoden, um die kulturellen und religiösen Lebenswelten von Kindern und ihren Familien sichtbar zu machen und als wertvolle Ressource für Bildungsprozesse zu nutzen. Ob im Morgenkreis, in Projekten und Aktionen, in der Raum- und Materialgestaltung oder bei der Gestaltung von Festen – Sie erhalten konkrete Anregungen, die sich direkt in den Alltag integrieren lassen.

Zugleich entwickeln Sie ein Bewusstsein für unterschiedliche Vielfaltsdimensionen und erfahren, wie Sie diese gemeinsam mit Kindern wertschätzend thematisieren und in die pädagogische Arbeit einbeziehen können. Mehrsprachigkeit wird dabei als wichtige Ressource verstanden: Familiensprachen sind ein zentraler Bestandteil kultureller Identität. Sie lernen Methoden kennen, um diese sichtbar zu machen und gezielt in die alltagsintegrierte sprachliche Bildung einzubinden.

Inhaltliche Schwerpunkte:

Methoden und Kompetenzen zur
• Gestaltung einer kultur- und religionssensiblen Bildungsarbeit
• Wertschätzung der Familiensprachen in der alltagsintegrierten Sprachbildung
• Umsetzung einer vielfaltsorientierten Pädagogik

Referentin: Christine Klarer

Modul 3: Vielfalt im Team

21. Mai 2027 (8 UE)

„Teamvielfalt leben und als Ressource für eine kultur- und religionssensible Pädagogik nutzen“

Die Vielfalt im Team ist eine zentrale Ressource für die pädagogische Arbeit: Sie reflektieren, welche Bedeutung unterschiedliche kulturelle, sprachliche und religiöse Hintergründe im Team sowohl für die Zusammenarbeit als auch für die Arbeit mit Kindern und Familien haben.

Ein besonderer Fokus liegt darauf, wie Teams Vielfalt im Alltag vorleben und einen wertschätzenden Umgang mit Unterschieden gestalten, denn das gelebte Miteinander im Team wirkt als Vorbild für Kinder und Familien und prägt entscheidend die Umsetzung einer vielfaltorientierten Pädagogik. Zugleich erarbeiten Sie, wie vorhandene Kompetenzen im Team, zum Beispiel unterschiedliche Familiensprachen oder kulturelles und religiöses Wissen, für die Umsetzung einer kultur- und religionssensiblen Pädagogik genutzt werden können, etwa bei der Gestaltung von Bildungsprozessen oder der kultur- und religionssensiblen Erziehungs- und Bildungspartnerschaft.

Inhaltliche Schwerpunkte:

• Vielfalt im Team wahrnehmen und reflektieren
• Wertschätzender Umgang mit Unterschieden im Team
• Vielfalt im Team als Vorbild für Kinder und Familien
• Bedeutung von Familiensprachen sowie kulturellem und religiösem Wissen im Team
• Strategien zur gezielten Nutzung von Vielfalt im Teamalltag

Referentinnen: Christine Klarer / Katja Demir

Modul 4: Erziehungs- und Bildungspartnerschaft

26./27. August 2027  (16 UE)

„Was Familien mitbringen, zählt: Familien partizipieren – Lebenswelten wertschätzen – Kultur- und religionssensibel zusammenarbeiten“

In diesem Modul steht die Zusammenarbeit mit Familien im Kontext von Vielfalt im Mittelpunkt. Sie setzen sich mit unterschiedlichen Lebensformen, kulturellen, religiösen und sozialen Hintergründen auseinander und entwickeln ein Bewusstsein dafür, wie vielfältig Familien auch innerhalb vermeintlich gleicher Zugehörigkeiten sein können.

Ziel ist es, eine kultur-, religions- und milieusensible Haltung zu entwickeln, die von Offenheit, Reflexion und einer fragenden Grundhaltung geprägt ist. Dabei lernen Sie Zuschreibungen zu hinterfragen, individuelle Lebenswelten wahrzunehmen und darauf aufbauend vertrauensvolle Beziehungen zu gestalten. Ein besonderer Fokus liegt auf der Partizipation von Eltern und Bezugspersonen als Expert*innen ihrer kulturellen und religiösen Lebenswelt.

Inhaltliche Schwerpunkte:

• Vielfalt und Pluralität von Familien (Kultur, Religion, Milieu, Lebenslagen)
• Kultur- und religionssensible Beziehungsgestaltung und Kommunikation
• Kulturelle und religiöse Unterschiede verstehen (z. B. Werte, Bildung, Kommunikation)
• Familiensprachen, -kulturen und -religionen wertschätzen und sichtbar machen
• Umgang mit Sprachbarrieren
• Partizipation von Eltern und Bezugspersonen als Expert*innen ihrer kulturellen und religiösen Lebenswelt

Referentinnen: Julia Geffke / Susanne Wittenberg-Tschirch

Modul 5: Sozialraum und Netzwerk

25. November 2027 (8 UE)

„Was der Stadtteil alles kann – Sozialraum und Netzwerke als Schlüssel einer kultur- und religionssensiblen Pädagogik“

Entdecken Sie den Sozialraum rund um Ihre Kita als wertvolle Ressource für Ihre pädagogische Arbeit. Sie lernen, wie Sie die Menschen, Institutionen und Angebote in Ihrem Umfeld gezielt für eine kultur- und religionssensible Pädagogik nutzen können. Dabei entwickeln Sie konkrete Strategien, um bestehende Netzwerke zu pflegen und neue Kooperationen aufzubauen.

So stärken Sie nicht nur die Zusammenarbeit mit Familien, sondern eröffnen Kindern vielfältige Lern- und Erfahrungsräume, die über die Kita hinausgehen. Praxisnahe Beispiele und Impulse unterstützen Sie dabei, eigene Ideen zur Sozialraum- und Netzwerkarbeit zu entwickeln und sie in Ihrer Einrichtung aktiv umzusetzen.

Inhaltliche Schwerpunkte:

• Grundlagen der Sozialraum- und Netzwerkarbeit
• Analyse von Sozialräumen und vorhandenen Ressourcen
• Netzwerke für die Kultur- und religionssensible Bildungsarbeit nutzen
• Aufbau und Pflege neuer Netzwerke
• Praktische Impulse

Referentin: Christine Klarer / Ikhlas Iraki

Modul 6: Kolloquium/Abschluss (8 UE)

26. November 2027 (8 UE)

Im letzten Modul präsentieren Sie Ausschnitte aus der kultur- und religionssensiblen Arbeit, die Sie im Verlauf der Fortbildung in Ihrer Einrichtung gestaltet und umgesetzt haben.

Im kollegialen Austausch diskutieren und reflektieren Sie über die Herausforderungen, Erfahrungen und Methoden der kultur- und religionssensiblen Bildungsarbeit. Durch die Präsentationen entsteht zugleich ein Ideenpool, der am Ende allen Teilnehmer*innen zur Verfügung gestellt wird.

Kostenlose Vertiefung im Rahmen des Projekts – Mehr Handlungssicherheit im interkulturellen und interreligiösen Dialog II

Begleitend zu dieser Weiterbildung haben Sie die Möglichkeit, folgende Fortbildungen kostenlos zu besuchen. Es sind Fortbildungen im Rahmen eines vom Senat für Kultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt geförderten Projekts.

• FB 3: Religions- und kultursensible Kommunikation
• FB 5 – 9: Basiswissen – Weltreligionen und Führungen durch die religiösen Räume
• FB 10: Speisevorschriften in den Religionen
• FB 12: Planspiel – Convivencia in Cordoba
• FB 15/16: Sensibilisierung für Vorurteile / Rassismen/ rassistische Sprache
• FB 19/20: Liebe, Partnerschaft und Familie im Kontext der Religionen, Kulturen und Traditionen
• Modul 4: Vertiefung Rassismus (4 Termine)
• FB 5.1: Frühlingsfeste der Religionen

Wir möchten darauf hinweisen, dass diese Fortbildungen nicht spezifisch für Pädagog*innen konzipiert sind, sondern für eine breitere Zielgruppe ausgerichtet sind. Nähere Informationen und die Termine entnehmen Sie bitte dem Programmheft.

Kultur- und religionssensible Bildung

Fröhliche Kinder verschiedener Herkunft halten Setzlinge in ihren Händen
Zielgruppe
Erzieher/innen
Kindheitspädagog/innen
Pädagog/innen
Pädagogische Fachkräfte
Quereinsteigende in pädagogische Berufe
Sozialarbeiter/innen
Sozialassisten/innen
Sozialpädagog/innen
Umfang

80 UE / 10 Tage

Termin/e
08.10.2026
– 09.10.2026
25.01.2027
– 26.01.2027
20.05.2027
21.05.2027
26.08.2027
– 27.08.2027
25.11.2027
26.11.2027
Kosten:
635,00 € (Trägerrabatt ab 5 Personen 5%)
Ort
Eventus Akademie, Pestalozzistraße 6 A, 13187 Berlin
Dozent*in
Christine Klarer
Ikhlas Iraki
Julia Geffke
Katja Demir
Susanne Wittenberg-Tschirch

Zertifikat: „Fachpädagog/in für kultur- und religionssensible Pädagogik“ (Eventus Akademie)
Der Kurs ist beim Senat für Bildungszeit/Bildungsurlaub anerkannt. Nr. II A73 – 127719

Anmeldung

Kursanmeldung