Zusatzqualifizierung zu Praxisanleiter/innen

In der kompetenz- und handlungsorientierten Ausbildung zu Erzieher/innen gewinnt der Lernort Praxis zunehmend an Bedeutung, da er für die Entwicklung von professioneller Haltung und pädagogischer Handlungskompetenz grundlegend ist. Damit Fachschüler/innen an sozialpädagogischen Fachschulen diese Kompetenzen entwickeln können, bedarf es am Lernort Praxis gut ausgebildete Mentor/innen, die sie in ihrem Ausbildungsprozess individuell anleiten, begleiten und unterstützen.

Die Ausbildung zu Mentor/innen / Praxisanleiter/innen stärkt Sie in Ihrer zukünftigen Rolle und vermittelt Ihnen Kenntnisse, Methoden und Handlungskompetenzen, um angehende Erzieher/innen am Lernort Praxis professionell auszubilden.

Die Fortbildung gliedert sich in 7 Module und stimmt mit den Anforderungen des Bundesprogrammes des BMFSFJ überein.

Modul 1: Wertschätzende Kommunikation und kollegiale Beratung/Intervision (8 UE)

Den Arbeitstag unbeschwert und glücklich zu erleben, geschieht, wenn eigene Bedürfnisse nach Wertschätzung und Anerkennung, Freiheit und Selbstbestimmung sowie Sicherheit und Zugehörigkeit erfüllt werden. Durch wertschätzende Kommunikation wird der Selbstwert jedes Menschen gestärkt und die Freude an der eigenen Entwicklung erhöht.

  • Aspekte des Selbstwertgefühls und deren Stärkung (V. Birkenbihl)
  • Methoden der wertschätzenden Kommunikation (M. Rosenberg)
  • Übungen der Selbstwertschätzung (positiver Blick)
  • Kollegiale Fallberatung/ Intervision
Modul 2: Inhalt und Organisation des theoretischen und praktischen Unterrichts nach aktuellen gesetzlichen Grundlagen (8 UE)

Die Vermittlung beruflicher Handlungskompetenzen steht im Zentrum der Qualifikation angehender Fachkräfte und ist die Aufgabe aller Lernbereiche. Die Fächer sind durch die Lernfeldorientierung abgelöst worden. Dies zeigt sich in allen aktuellen Ausbildungsverordnungen.

  • Struktur und Inhalt der aktuell gültigen Rahmenlehrpläne für Sozialpädagogik/ Berufsbild
  • Unterschiedliche Ausbildungswege/ Quereinsteiger
  • Einführung in die Lernfelddidaktik
  • Verzahnung von Theorie und Praxis, Schnittstellen
  • Konzepte der Anleitung
  • Reflexion der Praxisanleitung in verschiedenen Einrichtungen
  • Transfer in Kita
  • Information über Fehlzeiten und Disziplinarmaßnahmen
  • Information über Gefährdung der Ausbildung
Modul 3: Anleitungsprozesse in der praktischen Ausbildung – Gestaltung und Rolle der Mentor*innen (16 UE)

Wie kann Anleitung gelingen, um eine professionelle Beziehung zwischen Praxisanleiter*in und Fachschüler*in zu gestalten?

  • Erwartungen der Praxisanleiter/in an die Auszubildenden und umgekehrt in den verschiedenen Phasen der Ausbildung
  • Stufen des Anleitungsprozesses
  • Methodisches Vorgehen/ Wie führe ich die Studierenden zur Kompetenz? Woran erkenne ich, dass die Kompetenz erreicht ist? Transaktionsanalyse
  • Anleitungsgespräche, Zielvereinbarungsgespräche
  • Strukturierung des Anleitungsprozesses
  • Modelle der professionellen Beziehungsgestaltung
  • Rollenklärung, Rollendiffusion Menschen, die mich beeinflusst, geprägt haben
Modul 4: Unterstützung bei der Bearbeitung schulischer Aufgabenstellungen (8 UE)

Häufig erhalten Fachschüler*innen im theoretischen Unterricht Aufgabenstellungen, die nur in der Praxis zu lösen sind oder sich auf konkrete Situationen in der praktischen Arbeit beziehen und wenden sich mit der Bitte um Unterstützung an die Praxisanleiter*in.

Hier ist es wichtig, die richtige Balance in der Unterstützung zu halten, getreu dem Motto: „Hilf mir es selbst zu tun“. Folgende Inhalte werden in diesem Modul thematisiert:

  • Rolle und Verantwortlichkeiten
  • Ressourcen und Grenzen der Unterstützung
  • Organisation und Strukturierung des Bearbeitungsprozesses
  • Vorbereitung eines Praxisbesuches (mit und ohne Besichtigung eines pädagogischen Angebotes) Planungsschema
  • Dokumentation und Datenschutz
  • Austausch von Daten zwischen Schule und Praxiseinrichtung, Rechte und Pflichten der gegenseitigen Information
Modul 5: Leistungsbeurteilung und konstruktives Feedback (8UE)

Auszubildende sind auf ein konstruktives und würdevolles Feedback angewiesen, um ihr persönliches professionelles Profil zu entwickeln. Dies sollte regelmäßig durchgeführt werden, verständlich und aussagekräftig sein. Es motiviert sie, ihre Ressourcen zu nutzen, sich ihrer Stärken bewusst zu werden, offen und neugierig für die eigene Entwicklung zu sein.

  • Beurteilungsformen und -kriterien in der praktischen Ausbildung
  • Woran erkenne ich, dass Kompetenzen erreicht sind?
  • Transparenz der Beurteilung und der Erwartungen
  • Feedback- und Abschlussgespräche
  • Schriftliche Beurteilung und Leistungseinschätzung
  • Entwicklungsförderndes Feedback
Modul 6: Der Leitfaden – Qualifizierung Praxis (8 UE)

Im Rahmen der kompetenzorientierten und berufsbegleitenden Ausbildung hat der Lernort Praxis eine große Bedeutung, da er maßgebend die Qualität der Ausbildung mitbestimmt. Um die Qualität am Lernort Praxis zu sichern, ist es bedeutsam, dass Studierende bei der Umsetzung des Leitfadens von Mentor*innen professionell begleitet werden.

  • Aufbau und Struktur des Leitfadens – Qualifizierung Praxis
  • Aufbau und Struktur des ergänzenden Handbuchs für Mentor*innen
  • Mit dem Leitfaden – Qualifizierung Praxis professionell anleiten
  • Lernfelder und Kompetenzentwicklung am Lernort Praxis
  • Gestaltung von alltagpraktischen Aufgaben zum Kompetenzerwerb
  • Begleitung der Studierenden bei der Zielformulierung
Modul 7: „Und wenn es mal zwischen beiden nicht stimmt“! – Konfliktklärung im Rahmen der praktischen Ausbildung (8 UE)

Konflikte sind Entwicklungschancen. Häufig basieren sie auf Missverständnissen, Vorannahmen, gute Absichten oder unterschiedlichen Erwartungen. Verhalten muss immer wieder aufeinander „abgestimmt“ werden. Konfliktlösungsstrategien können für beide Seiten eine „win – win“ –Situation entstehen lassen.

  • Erklärungsmodelle für das Auftreten und den Verlauf von Konflikten
  • Erkennen und Beurteilen von Konflikten
  • Bewältigungsstrategien
  • Konfliktgespräche zielführend planen und durchführen
  • Intervision angewandt

Lernort Praxis

Zwei Erzieherinnen in der Kita. Eine ältere zeigt der jüngeren Erzieherin etwas auf dem Tablet
Zielgruppe
Erzieher/innen
Pädagog/innen
Pädagogische Fachkräfte
Sozialarbeiter/innen
Sozialpädagog/innen
Umfang

64 UE / Insgesamt 8 Tage

Termin/e
06.11.2025
– 07.11.2025
04.12.2025
– 05.12.2025
22.01.2026
– 23.01.2026
25.02.2026
– 26.02.2026
Kosten:
700 € (Trägerrabatt ab 5 Personen 5%) inkl. Getränke, Snacks und Handout
Ort
Eventus Bildung Campus, Dianastraße 42/43, 13469 Berlin
Dozent*in
Christine Klarer
Maria Trögel
Susanne Wittenberg-Tschirch

Die Teilnahmebestätigung wird als Zertifikat angesehen.

Der Kurs ist beim Senat für Bildungszeit/ Bildungsurlaub anerkannt.
Nr. II A 72 – 127661

Anmeldung

Kursanmeldung